29.09.2009
Projekt Saphir: Neues Buch über sowjetische Atomwaffenlagerung in Kasachstan veröffentlicht

Hochexplosive Geschichte enthüllt: Anfang der neunziger Jahre wurden 600 kg hochangereichertes Uran von den Sowjets in Kasachstan gelagert; genügend Material um 24 Atombomben zu bauen – Präsident Nasarbajew half gemeinsam mit den USA das Material aus Kasachstan zu schaffen und verhinderte damit Schwarzhandel und Terrorakte

Das vergangene Woche in den USA veröffentlichte Buch „Die leblose Hand: Die unveröffentlichte Geschichte des Kampfs um Waffen im Kalten Krieg und seine Gefahren“ enthüllt eine Geschichte, die Stoff für einen Hollywood-Actionfilm gibt.
David Hoffman deckt in seinem Buch dramatische Details über Uranlagerung in Staaten der ehemaligen Sowjetunion im Kalten Krieg auf. Die Geschichte spielt in Kasachstan Anfang der neunziger Jahre.  Der damalige US-Botschafter bekommt über einen Mittelsmann einen Hinweis über die Lagerung von 600 kg angeblich hochangereichertem Urans in Kasachstan – genug Stoff um 24 Atombomben davon zu bauen. Er geht dem Hinweis nach und die geheime sogenannte „Mission Saphirblau“ nimmt ihren Lauf.
In einer spannenden Suche im nordostkasachischen Altaigebirge findet der Botschafter schließlich im metallerzeugenden Werk in der Stadt Ulba das gelagerte Uran. Das Material ist in zahlreichen Kanistern ungesichert gelagert; weit und breit ist kein Bewachungspersonal zu finden. Daneben liegt auf weißen Blöcken mit Bleistift die Menge des Materials gekritzelt.
Die US-Behörden lassen Experten unter falschen Namen und Pässen mithilfe der kasachischen Behörden einreisen und prüfen den Sprengstoff auf seinen Anreicherungsgrad. Das Ergebnis ist positiv, das Material ist extrem gefährlich und könnte, wenn es in die Hände von Terroristen oder Schwarzhändlern käme, enormen weltweiten Schaden anrichten.
Die kasachische Regierung unter der Führung von Präsident Nursultan Nasarbajew unterstützte die Mission Saphir und die Suche der USA tatkräftig. Nach zahlreichen Gesprächen zwischen dem US-Verteidigungsministerium und der Regierung Kasachstans flog Präsident Nasarbajew 1994 nach Washington, traf Präsident Clinton und besprach auch unter strengster Geheimhaltung die Mission Saphir.
Kasachstan und die USA einigten sich aus Gründen der internationalen Sicherheit das Material so schnell wie möglich aus der Ex-Sowjetrepublik in die USA, außer Reichweite korrupter Händler und terroristischer Regime, zu schaffen.
In einer Geheimaktion wurde das Uran mit US-Militärhubschraubern aus Kasachstan geschafft. Die Mission Saphir schließt mit einem „Happy End“. Am Schluss wurde das gefährliche Material zu einem Preis von 27 Millionen USD in die USA transportiert.

Das Buch:  
David Hoffman, Dead Hand: The Untold Story of the Cold War Arms Race and its Dangerous Legacy. Verlag: Doubleday.

Eine längere Version der Geschichte und Presse:
http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/discussion/2009/09/18/DI2009091802855.html
http://www.theage.com.au/world/the-bold-plan-to-grab-soviet-uranium-20090922-g0ij.html