29.09.2009
4. Eurasisches Energieforum in Astana

Modernisierung und Ausbau des Pipelinenetzes geplant – Kasachstan setzt auf Umweltschutz und erneuerbare Energien – die zentralasiatische Republik will Hauptakteuer am Nuklearmarkt werden


Beim 4. Eurasischen Energieforum, das vergangenen Donnerstag und Freitag in Astana stattfand, betonte Premierminister Massimov Kasachstans Anstrengungen und Erfolge im Energiesektor. Die zentralasiatische Republik habe sich als vertrauenswürdiger Partner und Lieferant von Treibstoffen an weltweite Märkte erwiesen.
Er erklärte, dass die Regierung an der Weiterentwicklung von Geschäftspartnerschaften im Erdöl und –Gasbereich arbeite. „Wir sind dabei die Transportrouten zu diversifizieren, um die Region Zentralasien zu modernisieren.“ Die Infrastruktur auf zentralen Förderwegen wie der Baku-Tblisi-Ceyhan Pipeline, die Erdöl von Kasachstan ans Mittelmeer schafft, und die Transportrouten nach China wurden verbessert. Zurzeit werden die Seehäfen Aktau und Kuryk am kaspischen Meer erneuert, wodurch die Erdöltransporte aus Kasachstan gesteigert werden können.
Der Premierminister sprach auch über Kasachstans Engagement für Umweltschutz. Die zentralasiatische Republik habe nicht nur das Kyoto Protokoll unterzeichnet, sondern wird auch an der Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen teilnehmen. Er unterstrich, dass „Kasachstan gezielte Schritte zur Entwicklung alternativer Energiequellen bereits gesetzt hat“. So wurde im Juli ein Gesetz, das Umweltschutz und erneuerbare Ressourcen befürwortet, verabschiedet.

Kasachstan plant Ausbau der Nuklearindustrie


In Sachen Energiegewinnung setzt Kasachstan auf Nuklearenergie und möchte zum führenden globalen Akteur am Atomstrommarkt werden. „Es gibt eine einhellige Meinung, dass die wachsende Energienachfrage nur durch einen Ausbau der Nuklearenergie gedeckt werden kann“, erklärte Außenminister Saudabayev am Forum. Deshalb soll bis 2050 die Zahl der Reaktoren verdreifacht werden.
Mit seinen großen Uranvorkommen könne Kasachstan eine führende Rolle in der Nuklearindustrie spielen.

Hintergrund:

Das 4. Eurasia-Energieforum im Palast für Frieden und Eintracht vereinte 800 Verantwortliche der Energieindustrie und mehr als 55 Vortragende. Unter den Rednern waren der ehemalige US-Vizepräsident Dick Cheney und ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder.