Innovative Industrialisierung Kasachstans ist einzig richtiger Entwicklungsweg – Vorstandvorsitzender des Nationalen Innovationsfonds
„Innovative Industrialisierung Kasachstans ist einzig richtiger Entwicklungsweg" – Vorstandvorsitzender des Nationalen Innovationsfonds
 
Über die Rolle des Nationalen Innovationsfonds (NIF) bei der Umsetzung der vom Staatspräsidenten gestellten Aufgaben zur beschleunigten Industrie-und Innovationsentwicklung des Landes im Rahmen der Strategie „Kasachstan-2030" erzählt Vorstandsvorsitzender des NIF Auelbek Tokzhanov.


- Es wurde kürzlich die Entscheidung gefasst, dass der Entwurf des Fünfjahresplans der beschleunigten Industrie-und Innovationsentwicklung des Landes zum 1. August fertig sein soll. Welche Rolle wird der NIF bei der Umsetzung dieses Plans spielen?

Innovative Industrialisierung Kasachstans ist einzig richtiger Entwicklungsweg. Im Land sind alle Voraussetzungen für die Entwicklung des Innovationssystems vorhanden: Wissenschaftliches Potenzial, innovative und finanzielle Infrastruktur, innovatives Unternehmertum. Es sieht die Gründung von Technoparks, Businesszentren, Zuschüsse für Forschungen, sowie Umsetzung von innovativen PPP-Projekten (staatlich-private Partnerschaft) bei der Produktion.

Ich möchte Sie daran erinnern, dass von unserem Fonds heutzutage Wagnisinfrastruktur entwickelt wird: NIF ist der Partner von 6 Wagnisgesellschaften Kasachstans ist, die mit einheimischen Investoren auf PPP-Basis gegründet wurden. Der NIF-Anteil in diesen Gesellschaften beträgt bis 49%, indem die Investitionspolitik auf die Suche und Beschaffung von Projekten in den exportorientierten Branchen gerichtet wird.

Nationaler Innovationsfonds finanziert Projekte in verschiedender Umsetzungsetappen: vom Ideenzustand und der Schaffung der Versuchsmodelle bis zur Produktionserweiterung. Finanzierungsinstrument des NIF - anteilige Beteiligung bis 49% der Projektkosten. In Portfolie des Fonds sind heutzutage 9 Projekte. Außerdem wurden ab 2004 an kasachische Wissenschaftler und Unternehmer 48 Zuschüsse für Forschungs- und Entwicklungsarbeitsprojekte (FEP) eingeräumt. Weitere Aufgabe ist es, aus den FEP durch eigenen Anteilverkauf und FEB-Kommerzialisierung „auszusteigen". Zum Beispiel ist eines von unseren FEB die Kontaktsubstanz zur Wasserstoffabsorption des Kautschuks. Diese Technologie wird speziell bei der Herstellung des Synthetik-Kautschuks überwiegend in zwei Ländern - Deutschland und Japan - verwendet. Unsere Forscher haben einen Analog entwickelt, der preiswerter aber auch von der Qualität ist. Diese Kontaktsubstanz ist für Herstellung von hochwertigen Gummis, Reifen und andren Gummiprodukten notwendig ist. Es ist zu betonen, dass das Endprodukt bei hohen und niedrigen Temperaturen verwendet werden kann. Wir haben 2 Varianten der Kommerzialisierung des FEB: das Patent zu verkaufen oder am Bau einer Gummifabrik durch eigene Technologie zu beteiligen.

In den nächsten 5 Jahren setzt der NIF die Entwicklung der Wagnis- und Innovationsinfrastruktur weiter fort. Es ist zu betonen, dass das nationale Innovationssystem nirgendwo in der Welt vom Markt selbst auf Grund der fehlenden Initiativen und des Risiko geschaffen wurde. Deshalb bleib in dieser Hinsicht dem Staat die Rolle der Lokomotive.

-    Gemäß dem Industrialisierungsplan werden die konkurrenzfähige Projekte unterstützt, die den Kriterien, wie Innovationsfähigkeit, Exportorientierung, Erweiterungsfähigkeit. Welche Projekte kann der NIF zur Entwicklung der innovativen Wirtschaft anbieten?

Wenn wir über Forschungsprodukte sprechen, so wurden für 48 FEB innerhalb der letzten 4 Jahren Zuschüsse in Wert von 502 Mio. Tenge vom NIF vergeben. Wir haben Projekte in Pharmazeutik, Petrochemie, Metallurgie, für die innerhalb und außerhalb unseres Landes interessiert wird. „Sanda ABK GmbH" arbeitet an der Technologie der Erzeugung des Hypophosphit-Natriums und der Phospholith-Säure aus dem Phosphorschlamm. Hypophosphit-Natriums ist eine Chemikalie, die für Verchromung und Vernickelung der Oberfläche notwendig ist. Es wurde ein ökonomisches und ökologisches Verfahren der Produktion dieser Chemikalie aus dem Schlamm entdeckt und entwickelt. Vernickelung der Oberfläche wird breit verwendet: in der Luftfahrt- und Weltraumindustrie sowie in der Autoindustrie. Für das Projekt äußerte das Interesse eine chinesische Firma, die vorschlägt, es zu patentieren und eine Produktion in China zu eröffnen.

Es gibt auch Neuentwicklung eines Katalysators, mit dessen Hilfe man von den Erdölprodukten synthetische Schmierstoffe für Autos produzieren kann. Das ist sehr gutes Projekt, aber wir haben noch keine Infrastruktur, die solches Erzeugnis herstellen kann. Durch diesen Katalysator könnte Kasachstan Schmierstoffe nicht kaufen, sondern selbst produzieren. Außerdem wird dieser Reaktionsbeschleuniger in unseren nahrungsbetrieben, die Margarine und Butter produzieren, approbiert. Im Weiteren kann er bei der Hydrierung des Pflanzenöls verwendet werden, wenn die Produzenten mit unseren Forschungsergebnissen zufrieden sein werden.

Noch eine Richtung unserer Tätigkeit - Finanzierung von Innovationsprojekten, an denen wir auf PPP-Basis in der Chemieindustrie, bei der Herstellung von Mineraldünger, von Baustoffen teilnehmen. Zum Beispiel setzt unsere Projektfirma „Agrophos-Südu technische Lösung durch, die Ammoniaksuperphosphat aus schädlichen Phosphatstoffen produzieren kann. Somit, indem wir die ökologische Lage um die Stadt Schimkent verbessert wird, bekommen wir gleichzeitig vom Landwirtschaftssektor angefragte Düngemittel.

Im Bauwesen haben wir auch zwei Projekte: auf Basis des Holzverarbeitungswerkes in Pavlodar finanzieren wir gemeinsam mit einem Privatinvestor die ganze Produktionskette - Fabrik zur Herstellung von Methanal-Teer, Linie zur Herstellung von Holzspannplatten und Massivholzplatten, Werkstatt zur Fertigstellung von Holzprodukten. Heutzutage produziert das Werk preiswerte Türen. Im Mai 2007 setzten wir in Gebiet Almaty eine Ziegel- und Blähtonsteinfabrik in Betrieb. Diese Erzeugnisse unterscheiden sich durch die Leichtigkeit, niedrige Wärmeausbreitung und ideale Geometrie. Dies ermöglicht die Belastung auf Fundament und die Dichte der Wand zu reduzieren, ohne die Wärmedämmung und ökologische Normen zu verlieren.

In der Agroindustrie bauen wir gemeinsam mit dem Wagnisgesellschaft „Areket und dem chinesischen Unternehmen „YTO" kleine Landwirtschaftstraktoren zusammen, die im Südgebiet Kasachstans eingesetzt werden. Im vorigen Jahr öffnete unser Partner „AB Metalls GmbH" eine Hüttenfabrik zur Herstellung von Gusseisen. Das ist einzigartige Technologie, die Produktion von Gusseisen ermöglicht, ohne aufwendige Füllkoks zu verwenden.

Die Tätigkeit des NIF entspricht dem Programm, das von Nursultan Nasarbajew am 12. „Nur-Otan" Parteitag angekündigt wurde. Die Wagnis- und Innovationsinfrastruktur soll solche Ergebnisse bringen, die von uns die Steuerzahler erwarten. Nach meiner Meinung können die Wagnisgesellschaften in Krisen- und Nachkrisenzeit zum wahren Instrument der Finanzierung von Investitionsprojekten werden. Fonds der Risiko-Finanzierung spielen bereits heute eine Schlüsselrolle bei der Finanzierung von Innovationen und Transfer der neuen Technologien. Alle Projekte, die den Innovationscharakter haben, haben Risikos und werden von Wagnisfonds finanziert. Von den 48 FEB, die von uns in diesen Jahren finanziert wurden, 19 sind wettbewerbsfähig und von uns patentiert worden. Wir arbeiten jetzt an ihrer Kommerzialisierung und fangen an, mit so genannten „Start up" Unternehmen, die ganz am Anfang sind, am nichtkommerziellen Projekten zusammenzuarbeiten. Zu uns kommt ein Geschäftsmann mit guter Idee, wir unterstützen und finanzieren ihn. Er kommt mit seiner Aktiva, wir helfen ihm und wenn er in seiner vollen Kapazität arbeitet, wir schlagen ihm vor, unseren Anteil zu verkaufen. Im Großen und Ganzen dauern solche Projekte 5-7 Jahre.

-    Welche Industriezweige, nach Ihrer Meinung, benötigen Innovationsprojekte?

-    Wir sind ein Agrarland und haben enorme Naturressourcen. Dieser Weg muss nicht außer Acht
genommen werden. Wir müssen die Kapazitäten der Agroindustrie weiter aufstocken und Viehzuchtbetriebe weiterfördern. Dabei ist es wichtig, Fertigproduktion von Landwirtschaftswaren herzurichten und nicht auf Export von Rohstoffen etwas versteift zu bleiben. Dafür braucht man gute Agrotechnik, entwickelte Technologien der Energie- und Wassereffizienz, die hohe Ernteerträge gewährleisten können.

Eine andere wichtige Industriebranche - Metallurgie. Hier hat große Bedeutung das Endprodukt und auf keinen Fall der Verkauf von Altmetall. Wir müssen auch bei der Entwicklung der IT-, Bio- und Nanotechnologien sowie der Energieeffizienz nicht zurückbleiben, sondern aktiv fördern. Große wissenschaftliche Kapazität hat die Chemieindustrie. Wir müssen solche Industriezweige festlegen, die aussichts- und hoffnungsvoll sind. Wir sind der Zuversicht, dass 70% der Fördergelder an Entwicklung der bestehenden, traditionellen Industriezweige gerichtet werden sollen, und 30% auf neueste Technologien.

Aber, wenn über Technologien gesprochen wird, muss man die Entwicklung des wissenschaftlichen Potentials nicht vergessen: Ohne Forschung gibt es keine Innovationen. Außerdem ist es wichtig, gut ausgebildete Spezialisten zu haben. Deshalb neben der Entwicklung der Technologien muss man auf die Schulung und Weiterbildung viel Acht geben.

- Danke sehr für das Gespräch.