Die kulturelle und humanitäre Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit im kulturellen Bereich entwickelt sich konsequent und auf der Grundlage des gegenseitigen Interesses. Die positiven Ergebnisse des Kasachstan-Jahres in Deutschland (2009) und des Deutschland-Jahres in Kasachstan (2010) haben eine feste Grundlage für eine weitere Stärkung der kulturellen Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Deutschland gelegt.

Seit 2006 wird das Projekt der kasachischen Botschaft «Kasachische Bibliothek» umgesetzt, im dessen Rahmen innerhalb von 10 Jahren 25 Bücher der berühmten kasachischen Autoren in deutscher Sprache herausgegeben wurden.

Am 26. November 2014 fand in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften die wissenschaftliche Konferenz „Kasachstans Weg – ein Weg des Erfolgs und des Gedeihens“ mit der Präsentation der deutschen Auflage des Buches „Nursultan Nasarbajew. Eine Biografie“ von Machmud Kassymbekow statt.

Die Botschaft organisiert regelmäßig kulturelle Veranstaltungen, um kasachische Sitten und Bräuche vorzustellen. So fand am 23. März 2014 in der Universität der Künste Berlin das Konzert des Akademischen Dina Nurpeissowa Orchesters für Volksinstrumente anlässlich des Frühlingsfestes Nauryz statt. Im Konzert wurden mehr als 30 Werke der nationalen und internationalen Komponisten gespielt. Am 20. März 2015 fand in der Berliner Philharmonie das Konzert der Kasachischen Nationalen Universität der Künste unter der Leitung von Aiman Mussakhadzhajewa anlässlich des Frühlingsfestes Nauryz statt. Im Konzert wurden mehr als 20 Werke der nationalen und internationalen Autoren gespielt. Nach den besten kasachischen Traditionen wurden anschließend den Gästen nationale kasachische Spezialitäten angeboten.

Eines der wichtigsten Ereignisse in diesem Bereich war die am 5. März 2014 organisierte Eröffnung des kasachischen Wirtschafts- und Kulturzentrums in Berlin mit der Teilnahme des Stellvertretenden Ministerpräsidenten, des Ministers für Industrie und neue Technologien der Republik Kasachstan, Asset Issekeschew, und des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft und des Vorsitzenden des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft Eckhard Cordes.

Am 2. November 2015 fand im Rahmen des Projektes „Kasachische Bibliothek“ eine wissenschaftliche Konferenz „550. Jahrestag des Kasachischen Khanats: von den Ursprüngen bis zur Gegenwart“ mit der Präsentation des II. Bandes der Epopöe „Abai. Über Jahr und Tag“ vom Muchtar Auesow in deutscher Sprache in der Botschaft Kasachstans in Deutschland statt. An der Veranstaltung nahmen deutsche Literarhistoriker, Vertreter der intellektuellen Kreise, der kasachischen Diaspora, Spätaussiedler aus Kasachstan und kasachische Studenten teil.

In seiner Rede machte der S.E. Botschafter Bolat Nussupov die Anwesenden mit der Geschichte und der Kultur Kasachstans anlässlich des Festaktes zum 550. Jahrestag des Kasachischen Khanats vertraut. Der kasachische Diplomat berichtete über die Umsetzung des Projektes der Botschaft „Kasachische Bibliothek“, die auf die Förderung der kasachischen Kultur und der Geschichte gerichtet ist.

Die Botschaft pflegt ständig Beziehungen mit den in Deutschland lebenden kasachischen Veteranen des II. Weltkrieges. Am 9. Mai 2015 fand die Ehrung der in Kasachstan geborenen Veteranen des II. Weltkrieges statt. S.E. Botschafter Bolat Nussupov gratulierte herzlich den Veteranen zum heiligen Festtag, brachte aufrichtige Worte der Dankbarkeit zum Ausdruck und übergab im Namen der Regierung Kasachstans die Jubiläumsmedaille «Zum 70. Siegestag im Großen Vaterländischen Krieg 1941-1945», die auf Beschluss der Präsidenten der GUS-Länder verliehen wurde.

Der wichtige Bereich in dieser Richtung ist die Zusammenarbeit mit der kasachischen Diaspora. Am 7.-8. Juni 2014 fand mit der Unterstützung der Botschaft von Kasachstan und der Europäischen Gemeinschaft der Kasachen Europas das traditionelle Kischi-Kurultai (kleine Vollversammlung der Kasachen) mit über 350 Vertretern der kasachischen Diaspora aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Ungarn, Österreich, Schweiz, Schweden, Dänemark, Norwegen, Niederlande und der Türkei statt.

Solche traditionelle Treffen sind für die Kasachen von großer Bedeutung, denn sie leben weit entfernt von der historischen Heimat, sie haben aber die Möglichkeit, die aktuellsten Themen in Kasachstan anzusprechen und bei solchen Veranstaltungen darüber diskutieren zu können.

Zum Auftakt von Kischi-Kurultay wurden Fußball-, Nationalringen- und Sprachwettbewerbe veranstaltet. Es fand auch die Eröffnung einer Gemäldeausstellung und ein Kinderfest statt. Der nächste Kischi-Kurultai findet am 14.-15. Mai in Köln statt.

Große Aufmerksamkeit wird auch der Unterstützung der ethnischen Deutschen in Kasachstan geschenkt. Sie sind eine „lebendige Brücke“ zwischen Kasachstan und Deutschland. Derzeit gibt es eine deutsch-kasachische Regierungskommission, die sich mit den Angelegenheiten der ethnischen Deutschen in der Republik Kasachstan befasst. Die letzte Sitzung der Kommission fand am 6. Oktober in Astana statt.

Während der gemeinsamen Besprechungen befasste sie sich insbesondere mit den Fragen der Kultur-, Bildungs- und Jugendpolitik sowie der Fortsetzung von sozialen Programmen für die deutsche Minderheit in Kasachstan. Die nächste Sitzung ist für Oktober 2016 in Berlin geplant.